530 Schafe und Lämmer wurden auf ihre heimischen Koppeln geführt. (Foto: Knut Kuckel)
530 Schafe und Lämmer wurden auf ihre heimischen Koppeln geführt. (Foto: Knut Kuckel)

Schafabtrieb von der Seebenalm nach Untermieming

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530 Schafe und Lämmer verbringen alljährlich – von Mitte Juni bis Mitte September – den Sommer rund um die 1566 Meter hohe Seeben-Alm, beim nahe gelegenen Seeben See, mit der Sonnenspitze (2417 m).

Am Sonntag, dem 19. September 2010 kehrten die Hirten mit ihren Tieren heim nach Untermieming.

Voraus gingen Manni Krug (Obmann Tscheggenschafverein Mieming), Marissa und Hermann Neuner. 12 Hirten der Agrargemeinschaft Seebenalm / Untermieming trieben ihre buntgemischte Herde von der Seebenalm, vorbei an der Coburger Hütte – über die Grünstein-Scharte, am Lehnberghaus und dem Gasthaus Arzkasten vorbei – zum Mieminger Plateau. Ziel war eine Koppel beim Gasthof Stiegl in Untermieming (beim „Stieglwirt“, einem passionierten Schafer alter Schule).

Die Mieminger Schafer

Die Tiere der Schafschoad 2010 gehören sieben aktiven Schafbauern aus Untermieming: Bernhard Dengg, Werner Neuner, Martin Krug, Andreas Krug, Dietmar Maurer, Manfred Krug und Martin Maurer. Die Schafer der Agrargemeinschaft Marienbergalpe hatten ihre Schafschoad schon am 1. Sonntag im September. Der AG Marienbergalpe gehören Schafhalter aus Barwies, Zein, See und Tabland an. In Obermieming gibt es, außer Hermann Gehri, Günther Spielmann und Franz Kleinheinz keine Schafbauern mehr.

Vom Seebensee zum Lehnberghaus

Um die 530 weiße, schwarzweiße, braunweiße, schwarze und Tscheggenschafe wurden ab Freitag gesammelt und auf eine Koppel am oberhalb der Seeben-Alm gelegenen Seebensee (1650 Höhenmeter) getrieben. Keine leichten Aufgaben für die Hirten, denn die Schafe weiden auch auf den umliegenden Bergen. Am Sonntagmorgen, pünktlich um 7 Uhr machte sich die Herde auf ihren Weg. Der führte zunächst durch das Klamml, zur Coburger Hütte (1917 Meter) und von dort, am Weg zum Oberanger, vorbei am Tajatörl, zur Grünsteinscharte. Gegen 9 Uhr passierte die Schafherde die 2272 hoch gelegene Grünsteinscharte. Wenig später den Ursprung, die Quelle der Gemeinde Obsteig und zog Richtung Lehnberghaus.

Ohne Pause – vorbei am Lehnberghaus

Gegen 10.30 Uhr wurde die rasch vorbeiziehende Schafherde am 1553 Meter hoch gelegenen Lehnberghaus von den Hüttenwirten Hans und Linde Auer begrüßt. Dass von Linde Auer zugerufene Angebot, doch auf ein „Schnapserl“ zu zukehren, war zwar verlockend, ließ aber der straffe Zeitplan der Hirten nicht zu. Das nächste Ziel musste erreicht werden, damit sich die Tiere erholen konnten und das war eine große Koppel am Gasthaus Arzkasten. Dort wurde von 11 bis 12.15 Uhr eine erste Pause eingelegt.

Ankunft und Ziel war Untermieming

Mensch und Tier konnte sich bei ihrer Rast am Gasthaus Arzkasten der Familie Thaler stärken. Nach einer weiteren Pause, Höhe Obsteig, führte die Herde ihr Weg in rasantem Tempo, über den Rollerweg, vorbei an der Volksschule Barwies nach Obermieming. Ziel war traditionell eine Koppel am Gasthof Stiegl in Untermieming, wo die Schafe versorgt wurden.

Freilichtbühne Seebenalm – Almvieh und Wanderer auf Augenhöhe

Schafabtrieb von der Seebenalm nach Untermieming. (Fotos: Michaela Maurer/Martin Maurer/Knut Kuckel)

Ich schreibe über das Landleben im alpinen Raum. Über Ereignisse und Begegnungen. Von Hause aus Rundfunkjournalist, bin ich als Grenzgänger der Regionen auch gerne Europäer.